Kurz notiert: Wir bauen uns eine Zweiklassengesellschaft (Bau- und Wohnungsstatistik 2014)

Kurz notiert: Eben hat das Bundeamt für Statistik die Statistik zu Bau- und Wohnungswesen 2014 publiziert. Eine Erkenntnis: Der Wohnungsmarkt wird zum Kristallisationspunkt der Zweiklassengesellschaft zwischen Schweizer_innen und Ausländer_innen einerseits und Eigentümer_innen und Mieter_innen andererseits. Zwei Beispiele.

1. Fast 85% der Ausländer_innen leben in Mietwohungen, während nicht einmal 15% Wohneigentum besitzen. Bei den Schweizer_innen ist Verhältnis ausgeglichener mit 50% Mieter_innen und knapp 45% Eigentümer_innen.

908-1400_neu (1).pdf

 2. Mietwohnngen sind deutlich flächeneffizienter. So von wegen der nächsten Dichtestress-Debatte. Eigentum ist das Problem, nicht die Ausländer!

908-1400_neu.pdf-5

2 Kommentare zu Kurz notiert: Wir bauen uns eine Zweiklassengesellschaft (Bau- und Wohnungsstatistik 2014)

  1. Ruedi Meier

    Grüezi Herr Wermuth
    Es geht doch nichts über Statistiken und vor allem deren Interpretation, respektive deren Interpreten. Da hat doch jeder und jede die Möglichkeit, jeweils die Zahlen herauszuheben, welche am nützlichsten sind, um seine eigene Meinung zu verbreiten und zu unterstreichen. Es gibt Leute die sind sogar wahre Meister in der Interpretation von Statistiken – ja, es ist sogar deren Stärke und grosser Teil ihres Lebensinhaltes.
    Bei Ihren Zahlen gibt es scheinbar 100% Ausländer aber nur 95% Schweizer. Sind die fehlenden 5% die Dauermieter auf dem Campingplatz plus Obdachlose oder nur ein Fehler in Ihrer Schnellschussinterpretation?
    Ich habe selber als Gastarbeiter über viele Jahre in verschiedenen Ländern gelebt. Zum Teil in sehr bescheidenen Wohnverhältnissen. Wohneigentum hatte ich da als Ausländer auch nie. Aber mit dem im Ausland verdienten Geld leistete ich mir irgendwann ein Eigenheim in der Schweiz. Ohne meinen Einsatz im Ausland hätte ich das Ziel eines Eigenheimes nicht erreicht. Und genau so geht es vielen Ausländern, die bei uns gutes Geld verdienen, um zuhause Wohneigentum zu erwerben.
    Aus dieser Statistik gleich eine 2 Klassengesellschaft zu interpretieren ohne die wahren Gründe für diese Zahlen zu hinterfragen, finde ich absurd und sinnlos!
    Der Hauptgrund für das Mehr an Wohnfläche und Nasszellen pro Person, sind die hohen Wohnansprüche, welche heute üblich sind. Früher blieben die jungen Leute möglichst lange im Hotel Mamma. Konkubinat war damals noch gar kein Thema. Wenn man aus beruflichen Gründen nicht mehr zuhause wohnen konnte, nahm man sich bei einer Schlummermutter ein Zimmer. Ich erinnere mich noch an Mietskasernen in Zürich und Winterthur in den 50er und 60er Jahren, die nur über Etagen-WCs verfügten. Im Keller gab es eine Waschküche mit ein bis zwei Badewannen und Badeöfen. Jeder und jede hatte Anrecht auf ein Wannenbad pro Woche. Die tägliche Körperhygiene machte man damals mit einem Waschlappen am Brünneli oder am Waschbecken im Schlafzimmer. Von unserem damaligen Wasser- und Energieverbrauch können die Grünen heute nur noch träumen. 
    Heutzutage verlassen die jungen Leute früh möglichst das Elternhaus und ziehen sehr oft gleich als unverheiratetes Paar in eine möglichst schöne Wohnung und kaufen auf Pump Möbel ein. Da praktisch jeder und jede dieser jungen Leute auch noch eine eigene Blechkarosse besitzt, braucht es auch gleich noch den entsprechenden Parkplatz und Strassen dafür.
    Und all das steht in dieser wenig aussagenden Statistik nicht. Wie heisst es so schön? Traue nur Statistiken die du selber gefälscht hast!
    Schönä Tag!
    Ruedi Meier

    1. Mario Trost

      Grüezi Herr Meier

      „Bei Ihren Zahlen gibt es scheinbar 100% Ausländer aber nur 95% Schweizer. Sind die fehlenden 5% die Dauermieter auf dem Campingplatz plus Obdachlose oder nur ein Fehler in Ihrer Schnellschussinterpretation?“

      Meinen Sie das ernst? Sehen Sie denn tatsächlich nicht, dass es dort noch einen dritten Balken hat? Und wenn Sie dem Link zum BFS-Bericht folgen, finden Sie innerhalb von 20 Sekunden raus, was diese dritte Kategorie ist (das schaffen Sie selbst, Ihre eigene Faulheit belohne ich hier nicht damit, Ihnen diese Arbeit abzunehmen).

      Es geht doch nichts über Kritiker von Statistikinterpretationen, respektive deren Interpreten. Da hat doch jeder und jede die Möglichkeit jeweils die Interpretation herauszuheben, deren Kritik am nützlichsten ist um seine eigene Ahnungslosigkeit und Faulheit zu unterstreichen. Es gibt Leute, die sind sogar wahre Meister in der ahnungslosen Kritik von Statistikinterpretationen – ja, es ist sogar deren Stärke und grosser Teil ihrer eigenen Sinnstiftung.

      Höchstachtungsvoll en schönä Tag!
      Mario Trost

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.