Nein zum Krieg der Generationen!

ahv-plus-logo-mit-claim-deutschIn zwei Wochen stimmen wir über die Volksinitiative „AHVplus“ ab. Die Initiative verlangt 10% mehr AHV Renten für alle Rentnerinnen und Rentner. Obwohl die Forderung weder überrissen noch finanziell nicht umsetzbar ist, treffen die Argumente der Befürworter und Befürworterinnen in der Schweizer Medien auf eine ideologische Betonwand. Offenbar darf die Initiative nicht sein. Nun erreicht die unehrliche Gegen-Kampagne ihren Höhepunkt: Unter dem zynischen Titel „Generationengerechtigkeit“ versuchen werbehörige Medien und ein paar bürgerliche Zöglinge von Jungfreisinn bis Operation Libero einen regelrechten Krieg der Generationen vom Zaun zu reissen (vgl. die Artikel der letzten Tage auf watson.ch, in der Aargauer Zeitung, im Blick oder der Schweiz am Sonntag). Dahinter verstecken sich wenig überraschend vor allem die Interessen finanzkräftiger Privatversicherungen und Zeitungsinserenten.

Wir, allesamt Vertreterinnen und Vertreter der jungen Generationen und nicht zuletzt gewählt, um genau die Interessen dieser Generation zu vertreten, wehren uns gegen diese Schlammschlacht. Wir sind nicht bereit zu akzeptieren, dass unsere Generation für diese üble Kampagne gegen unsere Grosseltern missbraucht wird. Fakt ist:

  • Die AHV ist die Versicherung mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Sie bietet für alle Jungen, die nicht mit 18 die erste Firma von den Eltern geschenkt bekommen haben, die solide Basis für die Altersvorsorge. Um eine volle Ehepaar-Rente von 3540 Fr. anzusparen, müsste ein Paar in der privaten Vorsorge 810‘000 Fr. ansparen. Bei der AHV dagegen sind es nur 460‘000 Franken.
  • Die AHV ist der konkrete Ausdruck für eine solidarische Gesellschaft. Wer versucht, sie mit dem Schlagwort der „Giesskanne“ zu diskreditieren, stellt den Gesellschaftsvertrag an sich in Frage.
  • Wenn die pensionierten Eltern nicht genug Rente erhalten, dann werden in vielen Fällen die erwachsenen Kinder finanziell einspringen, um ihre Eltern vor Armut zu schützen. Das geht mit einer Erhöhung der AHV-Rente solidarischer.

Wer die Verletzung des „Generationenvertrages“ durch höhere AHV-Renten und eine entsprechend moderate Erhöhung der Lohnabzüge anprangert, irrt. Die Generation unserer Grosseltern und Eltern hat dieses Land mit aufgebaut. Ihre finanziellen Vorleistungen in Sicherheit, Service public, Bildung, Gesundheit, Infrastruktur etc. ist heute kaum mehr zu berechnen. Ohne ihre Lebensleistung wäre unser Wohlstand undenkbar – nicht umgekehrt. Zudem blenden die vermeintlichen Sprecherinnen und Sprecher der jungen Generation die Realität schlicht aus: Wer die Renten sichern und verbessern will, muss auf die AHV setzen. Die 2. Säule wankt und schwindet, die private Vorsorge ist nur für eine kleine Minderheit eine reale Option.

Und unsere Eltern und Grosseltern leisten auch heute bei der Kinderbetreuung oder Freiwilligenarbeit einen unverzichtbaren Beitrag. Deshalb erachten wir den Ruf nach anständigen Renten nicht für überrissen, sondern vielmehr als ein Gebot der Zeit.

 

Die Unterzeichnenden (in alphabetischer Reihenfolge):

Allemann Evi, Nationalrätin, Bern

Arslan Sibel, Nationalrätin, Basel-Stadt

Fricker Jonas, Nationalrat, Aargau

Girod Bastien, Nationalrat, Zürich

Masshardt Nadine, Nationalrätin, Bern

Mazzone Lisa, Conseillère nationale, Genève

Meyer Mattea, Nationalrätin, Zürich

Piller-Carrard Valérie, Conseillère nationale, Fribourg

Reynard Mathias, Conseiller national, Valais

Ruiz Rebecca, Conseillère nationale, Vaud

Schwaab Jean-Christophe, Conseiller national, Vaud

Wermuth Cédric, Nationalrat, Aargau

 

3 Kommentare zu Nein zum Krieg der Generationen!

  1. Ruedi Meier

    Sehr geehrter Herr Wermuth

    Besten Dank für das Rentengeschenk! Ich geniesse mein Rentnerleben jetzt schon, dank einer guten Altersrente in vollen Zügen. Jetzt noch zusätzlich Fr. 235.- pro Monat, sprich Fr.2820.- pro Jahr, eröffnet doch völlig neue Möglichkeiten. Eigentlich schön, dass junge Leute wie Sie uns den Lebensabend versüssen wollen. So habe ich wenigstens als Senior kein schlechtes Gewissen ein Ja in die Urne zu legen.

    Freundliche Grüsse
    Ruedi Meier

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