Gemeinsamen gegen sexuelle Gewalt: Das Schweigen brechen, Verantwortung übernehmen, politisch Handeln!

#metoo by duncan c, CC-Lizenz

In den letzten Tagen machen mutige Frauen* auf den sozialen Medien auf die Realität von Sexismus und sexueller Belästigung aufmerksam , auch in der Schweiz (#MeToo, #balancetonporc). Es ist nicht die erste Aktion dieser Art und wird – leider – nicht die letzte sein. Sexismus und Frauen*verachtung haben eine lange Geschichte und unschöne Tradition. Sie sind tief in die Strukturen, die Psychologie und die Rollenbilder unserer Gesellschaften eingeschrieben. In der Schweiz wie praktisch überall auf der Welt. Damit müssen wir uns, als Männer*, endlich ernsthaft beschäftigen.

Gewiss, die wenigsten von uns sind was das angeht ohne Fehler, auch wir nicht. Genau deshalb ist es unsere Verantwortung, dass wir uns ernsthaft mit der patriarchalen und sexistischen Realität auseinander zu setzen und das Schweigen der Männer* rechen. Es geht darum, zu verstehen, dass sexuelle Belästigung und Übergriffe etwas mit dem Sexismus in unserer Gesellschaft zu tun haben, mit dem Rollenbild, das unsere Gesellschaft von Frauen* hat, wie wir unsere Gesellschaft organisieren. Seit Jahren engagieren sich Frauen* gegen sexuelle Gewalt. Ihre Stimmen wurden kaum gehört, ihre Wort nicht ernst genommen. Warum braucht es einen Skandal im fernen Hollywood, damit auch hierzulande Medien und Öffentlichkeit endlich die Realität der tagtäglichen Gewalt ernst nehmen? Das müssen wir ändern. In der Erziehung unserer Kinder, im Bildungssystem, in der Wirtschaft, in der Politik, in der Kultur. Überall dort, wo die Strukturen der Macht eine gleichberechtigte Gesellschaft nach wie vor verhindern. Packen wir es an!

Der Kampf gegen Sexismus beginnt nicht zuletzt im Kopf von uns Männern*. In der Art, wie wir umgehen mit Freundinnen und Freunden, Söhnen und Töchtern, Berufskolleginnen und Berufskollegen, Partnern und Partnerinnen, Frauen* und Männern*. Und er muss dort enden, wo wir unsere Gesellschaft auf politischem Wege von sexistischen Strukturen befreien müssen. Wir richten diesen Appell an uns selbst und die Männer* in diesem Land: Der Kampf gegen Sexismus und Gleichberechtigung ist auch unser Kampf. Auch wird werden in machistische Stereotypen und Rollen gedrängt, die wir nicht mehr spielen wollen.

Wir sind wütend auf eine Gesellschaft, die die Gewalt nach wie vor zulässt. Wir begrüssen den Mut all’ jener Frauen* und Männer*, die sich wehren und verurteilen all’ jene vehement – Frauen* und Männer* – die jetzt aus Opfern Täter*innen machen. Wir fordern die Politik zum Handeln auf. Wir brauchen endlich Taten nicht nur gegen sexuelle Gewalt, sondern für eine gleichberechtigte Gesellschaft. Wir fordern, dass unser Bildungssystem die Gleichberechtigung von Frauen* und Männern* zu einem Schwerpunkt macht. Wir fordern endlich konkrete Massnahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, damit Erwerbs- und Care-Arbeit endlich gerecht geteilen werden können. Wir wollen, dass unsere Freund*innen endlich in den Ausgang können, ohne belästigt zu werden. Wir wollen, dass unsere Töchter gleichviel verdienen wie unsere Söhne und die gleichen Perspektiven im Leben haben. Wir wollen, dass Gewalt gegen Frauen* und sexuelle Belästigungen endlich ein Ende haben. Dafür wollen wir Verantwortung übernehmen und rufen alle Männer* auf, es mit uns zu tun.

Unsere Generation hat es in der Hand, eine andere Schweiz zu schaffen. Machen wir Schluss mit Machismus und Sexismus.

Mathias Reynard (Nationalrat Kanton Wallis) und Cédric Wermuth (Nationalrat Kanton Aargau)

Dieser Text wurde auf französisch hier publiziert.

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