Interview mit Bref – das Magazin der Reformierten

Das Magazin „Brief“ hat mit mir im Mai 2018 ein Interview mit den Fragen von Proust geführt. Es wurde aus mir unerfindlichen Gründen erst im Juni 2019 publiziert, mit gekürzten Antworten. Hier die vollständige, leicht redigierte Version, Aktualisierungen kursiv (August 2019).

Was wäre für Sie das grösste Unglück?
Der Verlust meiner Familie.

Wo möchten Sie leben?
Ui, das ändert mit jeder Reise. Ich liebe das Reisen. Oft würde ich eigentlich am liebsten immer gleich dort bleiben, wo wir grad‘ durchkommen.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Ich weiss gar nicht ob es das gibt. Materielle Sicherheit, die Liebe meiner Familie, gutes Essen, guten Wein.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Fehler gehören zum Leben. Meines zumindest ist eine Aneinanderreihung von Fehlern. Entscheidend ist, wie man damit umgeht.

Ihre liebsten Romanhelden?
Auch hier bin ich sehr unbeständig. Meist, was ich grad‘ lese.

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?
Die Millionen, die sich im Laufe der Geschichte gegen Ausbeutung und Unterdrückung gewehrt haben. Speziell unter ihnen die Menschen, die im letzten Jahrhundert ihr Leben für die Freiheit und gegen den Faschismus gegeben habt.

Ihr Lieblingsmaler?
Egon Schiele.

Ihr Lieblingskomponist?
Sie erwischen mich auf dem falschen Fuss. Meine klassische Ausbildung lässt zu wünschen übrig.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?
Ruhe, Klarheit im Denken, Humor, die Fähigkeit, Wertschätzng zu zeigen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Warum sollte das anders sein als bei Männern?

Ihre Lieblingstugend?
Weisheit, danach strebe ich. Bisher eher mit bescheidenem Erfolg.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Ganz ehrlich? Nichts tun. Bei einem Glas Weisswein, einem guten Buch und Sonne.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Vieles. Fussballer, Arzt vielleicht.

Ihr Hauptcharakterzug?
Wohl Unruhe.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?
Das sie für mich da sind.

Ihr grösster Fehler?
Viele. Dafür haben wir hier gar keinen Platz.

Ihr Traum vom Glück?
Uff.. wenn ich das wüsste.

Was möchten Sie sein?
Sicher nicht nochmals 25. Sonst passts mir grad recht gut.

Ihre Lieblingsfarbe?
Orange.

Ihre Lieblingsblume?
Sonnenblumen. Das waren die Lieblingsblumen meiner Mutter.

Ihr Lieblingsvogel?
Vielleicht der Condor. Peru hat mir unglaublich gut gefallen. Der Condor steht irgendwie für Freiheit und Unabhängigkeit.

Die wichtigste Erfindung der letzten hundert Jahre?
Die AHV. Dafür sind genau vor 100 Jahren tausende Männer und Frauen auf die Strasse. Das war das grösste Entlastungsprogramm der Geschichte für Junge und Alte gleichermassen.

Ihr Lieblingsschriftsteller?
Auch hier bin ich sehr unbeständig. Ich begeistere mich sehr spontan für die Schriftsteller*innen, deren Bücher ich gerade lese. Jetzt habe ich gerade „Kraft“ von Jonas Lüscher gelesen. Grandios geschrieben. Jetzt liegt – neben einer Reihe von Sachbüchern – gerade „Jasper und sein Knecht“ von Gerbrand Bakker auf dem Nachttisch.

Ihre Helden in der Wirklichkeit?
Haben Sie das nicht schon mal gefragt?

Ihre Heldinnen in der Geschichte?
Auch diese Frage kommt mir irgendwie bekannt vor.

Ihre liebste Filmfigur?
Heute werden gute Serien am Laufmeter produziert, das überfordert mich manchmal. Aber hängen geblieben sind lustigerweise vor allem die Held*innen meiner Kindheit: Ronja, die Räubertochter, Pippi Langstrumpf oder Pumuckel und sein Meister Eder.

Ihre Lieblingsnamen?
Die Namen unserer Töchter. Die bleiben aber geheim.

Was verabscheuen Sie am meisten?
Gleichgültigkeit.

Welche geschichtlichen Gestalten verachten Sie am meisten?
Auch das ist eine sehr, sehr lange Liste…

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?
Die Niederschlagung der Nazis im 2. Weltkrieg.

Glauben Sie, Gott ist eine Erfindung des Menschen?
Das glaube ich nicht, da bin ich sicher.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Ruhe.

Wie möchten Sie sterben?
Schmerzlos.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Ziemlich voll, also, die Agenda. Neben allem, was sonst läuft schliesse ich gerade noch ein Buch ab, das ich mitherausgebe. Und in wenigen Tagen werden wir nochmals Eltern, darauf freue ich mich wie wahnsinnig. Das Buch ist abgeschlossen, dafür ist die Agenda voll mit Wahlkampfterminen.

Ihr Motto?
Müsste ich eines haben? Ich bin ja kein Fussballclub.

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